HLG EntwicklungsgeschichteSeit "Erfindung" der HLGs hat ihre technische Entwicklung eine große Dynamik gehabt und ist zum Teil sehr sprunghaft verlaufen. Alles begann mit der Verfügbarkeit miniaturisierter Fernsteuerungskomponenten, so dass sehr leichte Modelle gebaut werden konnten. Zu Anfang waren dies meist 2-Achs-Segler, welche aus Balsaholz in Rippenbauweise gebaut wurden, und über Höhen und Seitenruder gesteuert wurden. Solche Modelle konnte man im klassischen "Speerwurf" Wurfstil etwa 10 bis 12m hoch werfen. Dies reichte trotz allem, um gelegentlich Anschluss an die Thermik zu finden und einige Akamodell-Mitglieder mit dem HLG-Virus zu infizieren. Leider war der Gleitwinkel der Modelle begrenzt, und somit konnte nur lokale Thermik genutzt werden. Wettbewerbe zu dieser Zeit erregten noch den Spott der "richtigen" Modellflieger. (Beispiel: "Tercel") Man begann, Modelle aus Glasfaser-Kunststoff zu bauen, wobei anfangs oft die äußeren Stücke von Flügel-Formen größerer Segler benutzt wurden, in Kombination mit kleineren Rümpfen. Diese Modelle erreichten nun bereits Wurfhöhen von 15-20m und ihre Gleitleistung hatte sich auch deutlich verbessert. Leider waren diese zweckentfremdeten Flügel für die neuen Anwendungen nicht immer optimal. Sie erlaubten zwar gute Gleiteistungen, aber die Sinkgeschwindigkeit war meist zu hoch. Zeitgleich entwickleten sich HLGs in diversen Gemischtbauweisen, die oft aus dem Freiflug übernommen wurden. Sehr leichte Modelle waren das Resultat, ihre Leistung in der Thermik war jetzt sehr gut, aber sie hatten im Gleiten Nachteile gegenüber den viel glatteren Glasfaser-Modellen. (Bilder "Hau Wech" und "Highlight") In der Folge wurden die ersten GFK-HLGs von grund auf neu konstruiert. Die Leistungen verbesserten sich abermals in der Thermik und im Gleiten, so dass die Verbundfaserschalenbauweise nun dominierte. Auf Wettbewerben wurden Wurfhöhen von deutlich über 20m erreicht, und die Flugzeiten verbesserten sich weiter. Gleichzeitig entwickelte sich unter den Piloten ein tieferes Wissen über die Mikrometeorologie bodennaher Thermikentwicklung, so dass es zur Regel wurde, dass sich bei Wettbewerben immer mindestens ein Pilot fand, der alle gesteckten Zeitziele erreichen konnte. (Bild "Wurfmäusle") In dieser Situation machte die Entwicklung einen jähen Sprung: Die völlig neuartige SAL-Starttechnik wurde eingeführt. Bei dieser Starttechnik wird das Modell nicht mehr wie beim Speerwurf über den Kopf des Werfers geführt, sondern wie beim Diskuswurf am langen Arm mit einem Drehwurf geschleudert. Die Starthöhen verdoppelten sich augenblicklich auf etwa 40m. Problematisch war, dass diese Wurfmethode nicht mit den üblichen Modellen ausgeführt werden konnte: Sie waren aerodynamisch ungeeignet und strukturell zu schwach. In jenem Jahr wurde viel Material zerstört. So viel, dass man ernsthaft darüber nachdachte, diese Startmethode komplett zu verbieten. Es mussten vollständig neue Modelle konstruiert und gebaut weden, die den neuen Belastungen standhielten. Kohlefaser ist seit dem ein unverzichtbarer Bestandteil. Diese Modelle unterscheiden sich von den klassischen HLGs durch das charakteristische Seitenruder, welches unterhalb des Leitwerksträgers fast so groß ist wie oberhalb, durch ihre größere Anzahl von Steuerflächen (zusätzlich Querruder und Wölbklappen) und den obligatorischen Wurfgriff am Flügelende. (Bild "Fireworks" o.ä.) Derzeit liegt die übliche Wurfhöhe zwischen 40 und 50m, die höchste gemessene Wurfhöhe mit einem HLG Modell bei erstaunlichen 73m. Der Aktionsradius der Modelle ist so groß geworden, dass man sie zeitweise nur schwerlich sehen kann, und ihr Leistungsspektrum hat ein Stadium erreicht, welches eine Weiterentwicklung nur noch in kleinen Schritten möglich scheinen lässt. Trotzdem steht die Entwicklung nicht still. Lag der Schwerpunkt der Entwicklung anfangs bei der Leistungsverbesserung, so steht heute die Optimierung der Modelle auf die taktischen Erfordernisse der F3K-Wettbewerbe im Mittelpunkt. Es gibt am Markt ein breites Spektrum käuflicher Modelle verschiedener Hersteller für Wettbewerbs- und Spaßfliegerei und eine große Zahl von Eigenkonstruktionen einzelner Modellbauer oder Teams.
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